Auf ein Wort ... Archiv

 

 Worauf sollen wir hören?

Worauf sollen wir hören - sag uns worauf?
So viele Geräusche - Welches ist wichtig?
So viele Beweise - Welcher ist richtig?
So viele Reden - ein Wort ist wahr! (Lothar Zenetti)

An Worten mangelt es uns heute wahrlich nicht,
wo uns die Corona – Pandemie lähmt.
In Zeitungen, im Fernsehen per Rundfunk oder e-mail

Information ist alles.
Worte am laufenden Band.
Worte heute gesagt sind morgen schon wieder von gestern.
Ratschläge, Rezepte, Informationen,
Gerüchte, Verschwörungstheorien, wo uns die Corona – Pandemie in Atem hält.
Wer hört da noch hin?

Wohin sollen wir gehen – sag uns, wohin?
So viele Termine – welcher ist wichtig?
So viele Parolen – welche ist richtig?
So viele Straßen. – Ein Weg ist wahr! (Lothar Zenetti)

Wege, Antworten, Lösungen?
Richtlinien, Meinungen, Statements,
sie lösen Empfindungen Gefühle, Trauer, Sehnsucht nach Geborgensein in Familie und Freundeskreis.
Sorgen um liebe Menschen und Ängste vor der Gegenwart und Zukunft.
Zu denen gehen wir hin.

Wofür sollen wir leben – sag uns wofür?
So viele Gedanken – welcher ist wichtig?
So viele Programme – welches ist richtig?
So viele Fragen – die Liebe zählt! (Lothar Zenetti)

Ein Wort, mit liebender Zuwendung gesprochen,
ein Wort, das aufklärt und aufrichtet, Versöhnung birgt, tröstet und heilt:
Dieses Wort gütig, fachkundig und mit liebender Nähe geschenkt ist frohe Botschaft.

Im Anfang war das Wort. (Joh.1,1) und dieses Wort hat ein Gesicht:
Jesus Christus.

Er will sich durch uns zur Sprache bringen.
bei den Armen und Corona - Bedrängten,
bei den Einsamen und Corona - Geschädigten,
bei den Corona - Leidenden und Sterbenden.

Gott wurde Mensch mit Namen Jesus.
Er ist gekommen,
um unser Herz zu erwärmen für den Menschen,
der des guten Wortes bedarf.           

                            Br. Gereon




Hoffnung ist nicht nur ein Wort in dieser Zeit.

Wo die Corona Epidemie Menschen zu Boden wirft,

greift unter der Last der Beschwernis Ratlosigkeit um sich.

Angst ergreift die Corona Infizierten, wenn ihnen der Lebensatem stockt.

Beklemmend und fragend stammelt jemand:

Mein Atem schwindet unter Schmerzen.
Gibt es Hilfe? Wie lange noch?

Allein und einsam, da wird es laut im Innern vieler kranker Menschen.
Es schreit und lärmt von ihnen
und dieses spiegelt sich in verzweifelten „Augen"-„Blicken".

Ein Leidgeprüfter, der seine Hoffnung auf Gott, im Vertrauen auf Erlösung vom Leid nicht verloren hat, betet:

Herr, guter Gott, es geht nicht mehr.
Warum bin ich vom Virus so geschlagen?

Mein Atem schwindet,
mehrere Eingriffe schwerster Art sind genug.

Heil werden wollte ich, doch mit jedem Tag mehr Unheil.
Ich bin hingeschüttet, verbraucht, meine Lebenskraft ist dahin.

Deinem Trostwort Herr „Ich bin, wo du bist" habe ich immer vertraut.
Doch Du: Wo bist du Herr in meinem Elend?

Wenn es denn Dein Wille ist, Herr,
dann nimm das, was noch an Leben in mir übrig ist
und wandle es.

• Lass mich, neu hoffen auf keimendes, wachsendes und erblühendes Leben.
• Lass mich, neu in Tränen, im Trauern, im Schweigen
den Quellgrund deiner Liebe kosten.
• Lass mich in deinem wärmenden Licht aufleben, Herr.
• Lass aus meinem frierendem Dasein ein bergender Raum deiner Liebe werden, schon jetzt und hier

Du Herr, meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht,
Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich
und fürchte mich nicht. Amen!
(aus Taize)

 Br. Gereon Henkhues



Gott ist da, wo man ihn einlässt.

(M. Buber)

Ich bin, wo du bist,
spricht der Herr zu Mose in der Wüste, da wo der Dornbusch brennt.
Ich bin, wo du bist,
ist Gottes Zusage in diesem Jahr 2020, an alle, die sich zur Wallfahrt rüsten nach Kevelaer, zum Gnadenbild der Gottesmutter Maria, der „Trösterin der Betrübten".
Ich bin, wo du bist,
sagt uns Christus: „Seht, ich bin bei Euch alle Tage..." (Mt.28,20 b) und: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben..."(Joh.10,11)

1. Du bist das Brot, das den Hunger stillt, du bist der Wein, der die Krüge füllt, du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben, Gott.(GL748,1)

Gott gab in Jesus Christus seiner Liebe ein Gesicht. Er starb am Kreuz und stand auf vom Tod. Eingegangen in den Himmel ist er uns nahe.
Er gibt uns, was wir zum Leben brauchen. Wir müssen uns nicht sorgen.
Brot gegen den Hunger (Tod) Wein für das Herz (Leben)

2. Du bist der Atem der Ewigkeit, du bist der Weg in die neue Zeit,
du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben, Gott.(GL 748, 2)

Jesus hauchte sie an, die Jünger, und sprach:
Empfangt den Hl. Geist... (Joh.20, 22 b) uns geschenkt als Atem Gottes.
Wir dürfen in aller Bedrängnis und Sorgen wieder neu atmen, aufatmen, durchatmen, „denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir". (Apg.17,28)
Er spricht: Siehe ich mache alles neu. (Offenb.21,5a)

3. Du bist die Klage in Angst und Not, du bist die Kraft, unser täglich Brot,
du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben, Gott. (Gl 748, 3)

Selbst in den tiefsten aller Krisen ist Gott dem Menschen nahe.
Gottes Kraft zeigt sich, wenn Menschen gleichsam zum Brot der liebenden Zuwendung für bedürftige, obdachlose und einsam Menschen werden.
Eine solche Liebe bringt Leben neu zum erblühen.

4. Du bist das Kreuz, dass die Welt erlöst, du bist der Halt, der uns Mut einflößt, du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben, Gott. (GL 748, 6)

Das Kreuz- Zeichen des Sieges über den Tod
Kreuz des Hasses, gewandelt zur Liebe. Kreuz der Angst, gewandelt zum Mut. Kreuz des Leidens, gewandelt zum Heil. Kreuz des Todes gewandelt zum Leben.

5. Du bist das Wort, das uns Antwort gibt, du bist ein Gott, der die Menschen liebt, du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben, Gott. (GL748, 8)

Das Wort Gottes, gesät tief in unserem Herzensgrund.
Dort kann es aufkeimen zu tausendfacher Frucht,
- die Frucht, mehr und tiefer glauben, hoffen und lieben zu können,
- die Frucht, in der Hoffnung auf Heil gestärkt, dem Leben neu zu trauen.
- Die Frucht, im Feuer selbstloser Liebe, Gott und dem Menschen dienen zu dürfen.

 Br. Gereon Henkhues



Ein Wort im Monat Mai

Von Jesu Auffahrt in den Himmel lesen wir im Evangelium
am Fest Christi Himmelfahrt.
Brennend bleibt die Frage: Wo ist Jesus hin?

In einem Lied heißt es:
Weißt du wo der Himmel ist? Nicht so hoch da droben.
Sag doch ja zu dir und mir. Du bist aufgehoben.

Erste Zugänge zum Verständnis kann uns eine Geschichte aus China aufzeigen:
Da ist von einem Maler die Rede, der alt und einsam geworden ist über die Arbeit an seinem einzigen Bild.
Eines Tages wurde das Bild doch noch fertig und der alte Künstler lud seine noch verbliebenen Freunde ein, es zu begutachten.
Sie umstanden das Bild:
Ein Park war darauf zu sehen, ein schmaler Weg zwischen Wiesen führte zu einem Haus auf der Anhöhe.
Als die Freunde fertig mit ihrem Urteil, sich dem Maler zuwenden wollen, ist er nicht mehr da.
Sie blicken ins Bild:
Dort geht er auf dem Weg sanft die Anhöhe hinauf, öffnet die Tür des Hauses, steht einen Augenblick still, dreht sich um und lächelt, während er noch einmal winkt und in der Tür verschwindet, sorgfältig die gemalte Tür hinter sich verschließend.
So entzog er sich den Blicken seiner Freunde.
In seinem Werk blieb er Ihnen nur so in Erinnerung

In Gegensatz zum Weggang des Künstlers wurde Abschied Jesu von seinen Freunden gleichsam ein Neubeginn.
Jesus gab ihnen zu verstehen, dass er künftig nämlich auf ganz neue Weise bei ihnen sein werde für Zeit und Ewigkeit.

Dies gilt auch für uns heute.
Als seine Jünger sind wir nicht nur Zuschauer, sondern lebendige Zeugen seiner Auferstehung.
Wir sind gesandt, sein Werk zu bezeugen in Wort und Tat.

Ein weiterer Gedanke:

Es gibt zweierlei Dinge die Welt zu sehen,
eine äußere Sicht,
also, sie in Höhen und Tiefen und Kilometer zu messen, wie sie ist,
und
eine innere Sicht,
zu wissen, dass sich Höhen und Tiefen auch im Innern des Menschen vollziehen, nämlich in seinen Gefühlen und seelischem empfinden.

Zwischen Menschen und Gott gibt es keine räumliche Entfernung, keine Entfernung, die man in zeitlichen Maßen messen könnte.

Christi Himmelfahrt ist ein Geschehen, dass sich von daher in unserem Inneren vollzieht, tief in uns,
• da wo das Herz Augen hat und sieht,
• da, tief in uns, wo unser Glaube wurzelt,
• da, wo die Hoffnung wider alle Hoffnung keimt und die Liebe zweckfrei als Hingabe erblühen kann-

So ist Christus zwar unseren Augen entrückt, aber gemäß seiner Verheißung
„Ich bin bei euch alle Tage", ( Mt. 28,20 ) neu bei uns eingekehrt im Hl. Geist.

Glückliche Ereignisse im menschlichen Miteinander werden oft im Volksmund so kommentiert. „Das ist ja wie ein Himmel auf Erden!"

Also der Himmel ist kein „Wolkenkuckusheim".
Er ist, wie es der Dichter Stefan Andres ausdrückt, „der Raum der Liebe Gottes".
Dieser Raum der Liebe birgt Himmel und Erde.
Gott ist in allen Dingen, bemerkt der Hl. Ignatius von Loyola.

Der auferstandene Christus hat uns den Heiligen Geist gesandt als Lebenskraft, als Atem Gottes, ausgegossen in unseren Herzen. (vergl. Röm.5,5)

Angelus Silesius, ein großer Mystiker aus dem Mittelalter, hat den Himmel begriffen als geheimnisvolle Begegnung des Menschen mit Gott,
eine Begegnung, die sich ganz tief im Innern des Menschen vollzieht.
Er rief aus:
„Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir!
Suchst du ihn anderswo, du fehlst ihn für und für."

 

Br. Gereon Henkhues

 


 

Ostern 2020

Maria von Magdala

Wer ist diese Frau?
Sie gehört zur Gefolgschaft des Rabbi Jesus.
Er ist ihr Nothelfer, Retter, Freund.

Abergeister, sieben an der Zahl hat er ihr ausgetrieben.
Sie war es, die zum Ärgernis der Tischgenossen Jesu bei einem Festmahl
die Füße wusch und diese mit ihren Haaren trocknete.

Sie, eine ehemalige Dirne, reich und wohlhabend;
sie hat in besonderer Weise Jesus als Heiland erlebt,
Dankbar unterstützte sie den Meister und seine Jünger
mit Gaben zum Lebensunterhalt.

Sie lebte und setzte in die Tat um,
was Jesus gesagt hat: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.
So war sie als Person ganz Liebe, glühend und treu.

Ja, seine Geliebte wurde sie,
nicht billig und selbstbezogen,
nein,
Jesus war es, der ihr Herz nach seinem Herzen bildete.

War es da verwunderlich,
dass sie sich nach dem Kreuzestod ihres Herrn und Meisters
voller Sehnsucht auf den Weg zum Grab machte?

Sie wünschte sich, ihren Geliebten noch einmal zu sehen
Und so eilte sie mit einer anderen Frau, namens Maria, zum Grab.

Dort angekommen passiert es:
Der Mann, den sie für den Gärtner hält,
spricht sie an,
nennt sie beim Namen:

Maria!
Da erkennt sie ihn und mit verliebten Augen haucht sie:

Rabuni
...und eilt auf ihn zu.
Rühr mich nicht an, sagt der Auferstandene.

Denn ihre Hand will fassen, was Auge und Ohr ihr mitteilen.
Doch der Auferstandene ist verwandelt.
Er unterliegt nicht mehr den natürlichen Grenzen von Raum, Zeit und Vergänglichkeit
Etwas Neues hat angefangen,
was mit menschlich körperlicher Berührung nichts mehr zu tun hat.

Dann beauftragt er sie:
Künde den Jüngern:
Ich lebe!
Erfüllt und berührt von seinem Glanz, eilt sie zu den Jüngern und ruft:
Jesus ist auferstanden, er lebt.

Ostern,
die Begegnung mit dem Auferstandenen, ereignet sich nicht erst am jüngsten Tag,
sondern fängt schon hier und jetzt an, mitten in unserem Alltag.

Der auferstandene Jesus lebt da,
- wo wir uns öffnen
- wo wir mit liebender Zuwendung dem anderen gut sind.
- wo wir achtsam im Hören des Nächsten Sehnsucht begreifen
- wo wir mit den Augen des Herzens seine Armut tatkräftig in den Blick nehmen

Der auferstandene Jesus ist überall da,
- wo sich Angst in Verstehen kehrt,
- wo sich Trauer in Freude wandelt
- wo Hoffnung wider alle Hoffnung wächst
- wo die Liebe den Hass zu überwinden vermag.

Halleluja

Ein frohes und gesegnetes Osterfest wünsche ich von Herzen.

Br. Gereon Henkhues